Die Schriftsteller Gerhard Stübe und Jürgen Lenz!

Ausstellung über Stübe und Lenz auf dem Traditionsschiff – noch bis 9. Oktober zu sehen

Der 100. Geburtstag Rostocker Schriftstellers Gerhard Stübe ist Anlass, im Schifffahrtsmuseum auf dem Traditionsschiff ab 14. Juli bis zum 9. Oktober 2022 eine Kabinett-Ausstellung zu zeigen.

Stübe war am 6. November 1921 in Rostock geboren worden, dem Schulbesuch folgte von 1940 an die Zeit als Soldat im Krieg. Gerhard Stübe verdingte sich als nach Ende des Krieges als Landarbeiter im Hunsrück, kam 1946 nach Rostock zurück. Er wohnte in der Maßmannstraße. Hier war er zunächst als Reisevertreter, dann freiberuflich u.a. für die Lokalpresse tätig. 1947 wurde Stübe Pressereferent beim Oberbürgermeister der Stadt Rostock Albert Schulz. Doch schon 1951 verließ er Rostock wieder in Richtung Berlin, wo er Redakteur beim Berliner Rundfunk wurde.

Seit 1956 arbeitet Gerhard Stübe als freischaffender Schriftsteller. Er schrieb verschiedene Romane und Hörspiele. Viele Rostocker werden eher sein Arbeiten für das Fernsehen der DDR kennen, denn Gerhard Stübe schrieb Drehbücher und Szenarien für äußerst populäre Serien und Fernsehfilme. So für die Reihen „Polizeiruf 110“ und „Der Staatsanwalt hat das Wort“. So manch einer wird sich auch an die Filme „Rottenknechte“ (1971) und „Zugvogel am Sund“ (1979) erinnern, die im maritimen Milieu angesiedelt waren.

Im Jahre 1957 erschien von Gerhard Stübe im „Sachsenverlag Dresden“ das Buch „Rostock- Eine deutsche Seestadt“ mit Fotos von Angela Unzner, das nach Erscheinen für Aufregung sorgte. Stübe, der zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr in Rostock wohnte, äußerte sich in dem Bildband kritisch über den Bau der Langen Straße und zu Entscheidungen von Partei und Stadtverwaltung zur Neugestaltung Rostocks, was ihm viel Unmut von offizieller Seite einbrachte und fast zu einem Verbot des Buches führte. Nach heutigen Erkenntnissen wurde das Buch zwar nicht „eingestampft“, aber wohl nur noch in Teilen an den Buchhandel ausgeliefert und fand sozusagen „unter dem Ladentisch“ und über Antiquariate den Weg zu den Interessenten.

Im Jahre 2006 verstarb Gerhard Stübe. Er wurde auf dem Neuen Friedhof in Rostock beerdigt.

Angeregt durch seine Söhne, soll nun in einer kleinen Ausstellung auf das maritime Erbe von Gerhard Stübe und seinem Freund, dem Schriftsteller Jürgen Lenz aufmerksam gemacht werden. Letzterer hat mehrere Bücher mit maritimem Inhalt, darunter das Kinderbuch „Michi geht an Bord“ geschrieben.

Als die Kinder der beiden befreundeten Schriftsteller, Beate Lenz und  Armin Stübe, die Ehe eingingen, verschmolzen zwei Familien zu einer. Gemeinsam bewahren sie die Erinnerung an ihre prominenten Väter.

Auch wenn vieles in der Familie und in Archiven gesammelt wurde: insbesondere die Rostocker Zeit von Gerhard Stübe bedarf noch einiger Ergänzungen.

In die Ausstellung integriert ist eine kleine Präsentation von Collagen aus Recycling-Materialien, die Armin Stübe schuf. Daneben sind Bilder zu sehen, die während eines Workshops mit Schülern an Bord des Traditionsschiffes entstanden.

 

Für Beiträge wenden Sie sich bitte an:

Herr Ronald Piechulek, Museologe
piechulek@schifffahrtsmuseum-rostock.de
+49 381 12831 -362 oder -364